Zwergschule

Vor einigen Jahren war ich auf eine einwöchige Lesereise in Südtirol eingeladen, ausgehend von der staatlichen Fachstelle für Bibliotheken, Bozen. Ich muss sagen, das war eine der bestorganisierten und eindrücklichsten Lesereisen, die ich erlebt habe. Zusammen mit 5 weiteren deutschsprachigen Autoren waren wir in einem sehr schönen Jugendstilhotel untergebracht, umgeben von einem großen Park voller exotischer Bäume. Zu allem Überfluss war es auch noch das anbrechende Frühjahr, wenn dort schon alles blüht und duftet, während es bei uns noch trüb und mausgrau ist. Jeden Morgen wurden wir abgeholt und an die jeweiligen Schulen ausgestreut, um dort aus unseren Büchern zu lesen.

Besonders fasziniert haben mich die sogenannten Zwergschulen. Da fährt man also hoch hinauf, über kurvige Straßen, in die noch verschneiten Berge, und landet in völlig abgelegenen Bergdörfern. Natürlich muss es auch dort Schulen geben, und das sind dann Schulen mit circa 10 bis 15 Kindern, die von der ersten bis zur fünften Klasse alle in einem einzigen Schulraum von zwei Lehrern unterrichtet werden. Das kommt einem vor, wie eine große Familie aus einer anderen Zeit.

Als ich dort ankam, war ich natürlich der große Fremdling, und es dauerte eine geraume Zeit, den Kindern die Scheu zu nehmen. Das gelang  mir erst, wie übrigens oft auch in anderen Schulen, nachdem ich zu zeichnen begonnen hatte. Aber dann wurde es umso lustiger und kreativer. Die Kinder waren bestens vorbereitet und folgten meinen Geschichten äußerst aufmerksam,  überhäuften mich mit Fragen, und überschlugen sich mit Ideen, wie die Geschichte weitergehen könnte. Beim Abschied kam ich  mir fast ein bisschen vor, wie der Rattenfänger von Hameln, als das ganze Schultrüppchen dem davonfahrenden Auto winkend hinterherlief. Aber im Gegensatz zu ihm hab ich ja die Kinder im Dorf gelassen.

Einige Zeit später bekam ich Post. In dem Kuvert war ein kleines Büchlein, das die Kinder gestaltet haben, was für eine Freude:

Und hier der Brüller (ich glaube, das Kleine unten ist eine Kreuzspinne):


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3 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemeines, Lesungen

3 Antworten zu “Zwergschule

  1. piratenbärbel

    Schule ist ein sehr gutes Stichwort! Nämlich um an das gelb-schwarz-karierte Foto erinnern, über das wir gestern sprachen… ich würde das sooooo gern sehen, weil es bestimmt oberübermegasüüüüüüß is, juchz! 😀

  2. piratenbärbel

    Hüstel, hier noch ein kleines ZU, das an geeigneter Stelle in meinen vorherigen Kommentar eingearbeitet werden darf.

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