So fing alles an

1993, so circa gegen Ende meines Grafikdesign Studiums an der Fachhochschule in Augsburg, sprach mich mal ein Kommilitone an, dass es in München ein Seminar für Illustratoren gäbe. Privat, in den Räumen von dtv, also dem deutschen Taschenbuchverlag, geleitet von der dtv-junior Verlegerin höchstpersönlich: Maria Friedrich.

Ich also nix wie hin, mit einer „kleinen“ Bewerbungsmappe, denn ich wollte ja immer Illustratorin werden, und das bisherige Studium hat dahingehend nicht viel hergegeben.

Damals hab ich nur großformatig gemalt und in meiner Illustrationen Mappe hatte ich, für mein Verständnis, kleine Bilder im DIN A3 Format. Als ich dort aber die Illustrationen der anderen Studenten sah, 10 mal 10 cm klein oder noch kleiner, war mir klar: das ist nichts für mich, da werde ich ja wahnsinnig, und bin, nachdem ich meine Mappe gezeigt hatte, und obwohl meine Bilder Maria Friedrich sehr gut gefallen haben, etwas frustriert wieder nach Hause gefahren. Das wird wohl doch nicht mein Beruf.

Und nun muss ich sagen: was dann kam, das habe ich Maria Friedrich zu verdanken. Sie hat ein Jahr lang über besagten Kommilitonen ausrichten lassen, dass ich doch teilnehmen solle am Kurs. Mein FH Studium war bereits beendet, mein Berufsziel war immer noch Illustratorin, und ich sagte zu mir: bist du eigentlich völlig bescheuert, so eine Chance an dir vorbeigehen zu lassen.

Ich also ein Jahr später wieder hin. Inzwischen war der Kurs an die Kunstakademie verlegt worden. Ich wurde aufgenommen, und ich muss sagen was ich da dann im nur einmal pro Woche stattfindenden Seminar gelernt  habe, war mehr, als in meinem gesamten vorherigen Studium.

Wir bearbeiteten unveröffentlichte Texte von bekannten Autoren, vorgelegt  von Verlagen, die Illustratoren suchten. Es war sozusagen im Studium eine reale Situation.

Außerdem besuchten uns bekannte Illustratoren,die von ihrer Arbeit erzählten, Verleger kamen, die sich unsere Arbeiten ansahen. Wir machten Ausstellungen, fuhren gemeinsam auf Buchmessen, sahen uns Druckereien an, und so weiter und so fort.

Hier entstand auch mein allererstes Buch „Socke und Flocke“ das Maria Friedrich mit unglaublichem Engagement in seiner Entstehung unterstützte und begleitete, und für das ich ein Jahr später tatsächlich einen Verlag fand, nämlich der, bei dem ich immer noch das meiste veröffentliche, der Thienemann Verlag. Tja, so fing das alles an.

Irgendwann, ich glaube so um 1998, hat sich der Kurs aus Altersgründen unserer „Lehrerin“ aufgelöst. Was geblieben ist, ist der harte Kern, ca. 15 Leute, die sich zweimal im Jahr treffen, organisiert von Maria Friedrich, die den Trupp immer noch, auch durch ihre Herzenswärme, vor allem aber durch ihr Interesse an ihren „Zöglingen“ zusammenhält. Maria  geht inzwischen auf die 90 zu. Ihr Standardspruch: „Kinder, ich bin auch nicht mehr die Jüngste,  aber das schaff ich noch.“ Und wie!!!

Und heute abends ist es wieder soweit. ICH FREU MICH SCHON DARAUF!

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemeines, Kunst

3 Antworten zu “So fing alles an

  1. swl

    tja, da hab ich echt was verpasst… viel spass heute abend

  2. ada

    Jaa, ganz viel Spaß und hoffentlich keine Schnee-Erschwernisse!

  3. Danke euch beiden!!! Ja, ich hatte viel Spaß, siehe neuer Artikel oben.

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